Sunday, April 27, 2014

Der Frühling ist da!

"Ach, ist der das jetzt auch schon aufgefallen?!" - ich kann keinem verübeln, der sich das oder ähnliches gerade denkt… So ein bisschen ist der Frühling tatsächlich bisher an mir vorbeigeflogen. Die Arbeit spannt mich ein, zum aufwändig Kochen ist kaum Zeit und zum Bloggen erst recht nicht.
Nichtsdestotrotz habe ich es endlich geschafft, die Terrasse ein bisschen auf Vordermann und, noch viel wichtiger, zum Ergrünen und Erblühen zu bringen. Der Frühling ist also endlich auch auf meiner Terrasse da!

Zusätzlich zu diesen ersten Impressionen wird es in den nächsten Tagen noch detailliertere Informationen zu den jeweiligen Pflanzen geben.

Apfelbaum

Artischocke

Gojibeere & Heidelbeeren

Himbeere

Hornveilchen

Kapuzinerkresse

Italienische & Englische Minze

Passiflora

Passiflora (Detail)

Radieschen

Rhabarber

Ringelblume (Olivenkraut im Hintergrund)

Wandelröschen

Thursday, April 10, 2014

Torta salata agli agretti

...oder ganz einfach of deutsch “Quiche mit Mönchsbart” :D
Mönchsbart (oder Agretti oder Barba di frate oder Salzkraut) bekommt man in unseren Breiten leider nur sehr selten und wenn, dann nur für eine ganz kurze Zeit im Frühling.


Ich kannte dieses Gemüse (oder Kraut?) bisher nur aus Italien, wo es ein fester Bestandteil jedes Marktes im Frühjahr ist. Hier habe ich es bisher noch nie gefunden...bis letztens, als ich zufällig dem Grünmarkt in Salzburg eigen kurzen Besuch abgestattet habe. Und da lag er! Logisch, dass ich gleich ein Bund mitgenommen habe, wenn es schonmal die Gelegenheit gibt, Mönchsbart zuhause zuzubereiten.


Ursprünglich ist diese Pflanze an salzigen, feuchten Meeresküsten beheimatet und hat deshalb sehr knackige, saftige und leicht salzig schmeckende Stängel. Mönchsbart kann sowohl roh als auch gegart gegessen werde, letzteres lässt das leicht herbe Aroma etwas besser zur Geltung kommen.

Der Anbau funktioniert aber (angeblich) auch fernab vom Meer, weshalb ich mich an einen Versuch auf meiner Terrasse gewagt habe...mehr dazu kommt dann demnächst. Sofern es positive Resultate zu vermelden gibt ;)


Zutaten
200g Mehl
120-150g Agretti (Mönchsbart)
1 Knoblauchzehe
200g Frischkäse
4 ml Schlagobers
1 Ei
50g Parmesan (frisch gerieben)
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

Zubereitung
Für den Teig Mehl, 5 EL Olivenöl, ½ TL Salz und so viel kaltes Wasser verkneten, dass ein fester, aber nicht zu elastischer Mürbeteig entsteht. Nur so lange kneten, wie unbedingt notwendig ist!
Den Teig zu einer Kugel formen, mit wenig zusätzlichem Mehl ausrollen und in einer leicht gefetteten Quicheform ausbreiten und leicht andrücken.
Für die Füllung den Mönchsbart putzen (die Wurzeln, d.h. der lavendel-farbene Teil muss entfernt werden) und sehr gründlich waschen (kann sehr sandig sein).  Frischkäse, Schlagobers und Ei verrühren und mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss kräftig abschmecken. Mönchsbart und Parmesan auf dem Teig verteilen, mit der Frischkäse-Ei-Mischung übergießen und im Backofen bei 180°C ca. 35 Minuten backen.
Mir schmeckt diese Quiche am besten lauwarm, man kann sie aber genauso gut heiß oder kalt essen.


Wednesday, April 9, 2014

Ragù alla bolognese


Standardgerichte habe ich eher wenige, dieses gehört aber definitiv dazu! Ich esse Pasta mit Ragù zwar unglaublich gerne, bin in der Hinsicht aber leider auch ziemlich speziell und mag nicht einfach irgendeine Bolognese, sondern DIESE.


Diese” ist aber dann doch nicht mal eben in 15 Minuten gekocht, sondern im wahrsten Sinne des Wortes Slow Food. Je länger man die Soße bei niedriger Hitze köchelt, desto mehr Geschmack entwickelt sie. Deshalb gibts Ragù bei mir nur selten, dafür dann aber gleich in einer größeren Menge, die bis zum nächsten Mal portionsweise eingefroren werden kann (und auch wird).

Sie gehört bei mir zum absoluten Standardrepertoire und ist eines der wenigen Rezepte, die ich immer und immer wieder genau nach diesem Rezept koche, ohne irgendetwas abzuwandeln.

Zwar habe ich dieses Rezept zu meinem Liebling erkoren, gefühlt gibt es aber mindestens ebenso viele Rezepte wie Geschmäcker. Für mich gehört neben Gemüse (Sellerie, Karotten, Zwiebeln) und Rindfleisch unbedingt auch Pancetta (ein italienischer, luftgetrockneter Speck) und Hühnerleber mit in die Soße. Letzteres muss man mögen, weil es der Soße einen sehr spezifischen und kräftigen Geschmack gibt (wer das nicht mag, kann die Leber auch weglassen). Pancetta gibt der Soße aber wirklich einen sehr feinen zusätzlichen Geschmack, ohne den mir definitiv etwas fehlt.


Die gleiche Soße verwende ich übrigens auch für Lasagne oder statt Tomatensoße auf Pizza...dazu demnächst mal mehr!

Zutaten
2 Karotten (ca. 120g)
2 Stangen Bleichsellerie (ca. 120g)
2 kleine Zwiebeln (ca. 100g)
3-4 Knoblauchzehen
100g Pancetta
2 Hühnerlebern (ca. 100g)
650g Rinderfaschiertes
2 TL Tomatenmark
1 Dose Polpa (400g)
100 ml Weißwein
50 ml Schlagobers
Olivenöl
Salz, Pfeffer
2 Lorbeerblätter
5-6 Wacholderbeeren

Zubereitung
Gemüse waschen, putzen, schälen und in feine Würfel schneiden. Pancetta fein würfeln. Hühnerleber waschen, trockentupfen, größere Gefäße und Sehnen entfernen und fein hacken. Gemüse, Pancetta und Leber in 3 EL heißem Olivenöl kräftig anrösten. Rinderfaschiertes dazugeben und dünsten, bis das austretende Wasser wieder verdampft ist. Tomatenmark dazugeben und kurz, aber kräftig anrösten, bis sich eine hellbraune Schicht am Topfboden bildet. Mit Weißwein und ca. 400ml Wasser ablöschen. Polpa, Lorbeerblätter, und Wacholderbeeren dazugeben, leicht salzen (das Sugo kocht noch ein, deshalb am Anfang lieber nur schwach würzen) und das Sugo ca. 2 Stunden schwach köcheln lassen. Ab und zu umrühren.
Nach 2 Stunden das Schlagobers dazugeben, weitere 15-20 Minuten köcheln lassen, bis das Sugo etwas andickt. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.