Tuesday, July 1, 2014

Chia-Pudding



Wer sich ein bisschen für gesunde Ernährung und/oder die Raw-Bewegung oder auch einfach nur Ernährungstrends interessiert, ist bestimmt schon darüber gestolpert...und auch jeder, der sich nicht für die oben genannten Dinge interessiert, kann sich ihnen derzeit kaum entziehen.

Die Rede ist von Chia-Samen. Die kleinen braun-grauen Samen stammen von der Chia-Pflanze (Salvia hispanica) und erobern im Moment von Mittel- und Südamerika aus in Windeseile Zeitschriften, Blogs, Cafés usw. Sie werden aufgrund ihres Gehalts an Antioxidantien, Kalzium, Kalium, Eisen und Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren auch ganz gerne als “Superfood der Maya (oder Azteken)” feilgeboten.

Ich bin bei so gehypten Dingen ja oft eher skeptisch, aber wie das eben so ist...zumindest probiert haben muss man’s ja mal. Abgesehen davon, dass das Zeug offensichtlich gesund sein muss, spricht für die Samen, dass sie nicht sehr geschmacksintensiv ist und der fertige Pudding deshalb hauptsächlich nach den anderen Zutaten schmeckt. Man kann das Ganze geschmacklich also so hinbiegen, wie man es am liebsten hat. 

Jede beliebige Milch (pflanzlich oder tierisch), Obst, Kräuter, weitere Samen oder Getreide...eigentlich kann man Chia-Samen tatsächlich mit fast allem kombinieren. Ich persönlich bin ein großer Fan von Kokosmilch, und die Kombination mit Pfirsich und Minze (natürlich vom Balkon ;o)) schmeckt wirklich hervorragend. 
Bei mir haben die Samen (ich habe übrigens diese hier von Naturya benutzt) den Test also bestanden und dürfen jetzt dauerhaft in den Küchenschrank einziehen.


Zutaten
2 EL Chia-Samen
150 ml verdünnte Kokosmilch (1:1 mit Wasser)
1 TL Honig
1 Pfirsich
2-3 Blätter Minze

Zubereitung
Chia-Samen, Honig, Kokosmilch und Wasser gut verrühren, so dass sich keine Klumpen bilden.
Im Kühlschrank mehrere Stunden (oder noch besser über Nacht) quellen lassen, dabei hin und wieder umrühren. Vor dem Essen nochmal durchrühren, gewürfeltem Pfirsich und fein geschnittene Minze dazugeben.

Steckbrief: Agretti

Oder Mönchsbart, oder Barba di frate, oder Roscano, oder oder... man findet dieses Kraut unter vielen Namen, FALLS man es findet. In Italien ist Mönchsbart ein relativ weit verbreitetes Frühlingsgemüse und man bekommt es auf den meisten Märkten. In unseren Breiten kann man im Frühjahr ebenfalls manchmal auf Märkten oder bei sehr gut sortierten Gemüsehändlern fündig werden, im Großen und Ganzen handelt es sich aber eher um einen Geheimtipp. Der Geschmack ist leicht herb-salzig, ein kleines bisschen wie Spinat, ansonsten aber schwer mit anderen Gemüsen vergleichbar.


Der botanische Name Salsola soda lässt schon erahnen, dass es sich erstens um ein Salzkraut handelt (d.h. es ist ursprünglich und wild auf Salzwiesen nahe von Küsten anzutreffen) und zweitens früher zur Herstellung von Soda verwendet wurde. Die Saison ist nur kurz (von März/April bis Anfang oder Mitte Juli, je nach Witterung) und der Preis eher hoch. Zwei weitere gute Gründe also, Mönchsbart einfach mal selbst auf dem Balkon anzubauen.

Genauso wie die fertige Pflanze ist auch der Samen bei uns nicht überall zu bekommen, ich habe ihn letztendlich online über www.borlotti.de bestellt (schnelle unkomplizierte Lieferung, Bezahlung auf Rechnung und zusätzlich Infos und Rezepte kamen auch noch mit).



Aussaat
Die Aussaat ist simpel… Agretti-Samen in Reihen von ca. 5-10cm Abstand nicht zu dicht ausstreuen und dünn (ca. 0,5-1cm) mit Erde bedecken. Gut angießen… und warten… Die Keimdauer beträgt nur ca. 1 Woche bei warmen Temperaturen (um die 20°C).
Außerdem kann die Aussaat prinzipiell ganzjährig erfolgen (entsprechende Temperaturen vorausgesetzt), d.h. selbstangebauten Mönchsbart kann man über eine deutlich längere Spanne genießen als gekauften.


Standort/Pflege
Ursprünglich wächst Mönchsbart auf salzigem Untergrund, wodurch er auch den feinen salzigen Geschmack bekommt. Er wächst auch problemlos in normaler Gartenerde, allerdings ist der Geschmack dann weniger salzig. Evtl. lassen sich die natürlichen Bedingungen nachahmen, indem man der Erde etwas Sand und/oder Meersalz untermischt. Ich bin gerade noch am tüfteln...
Ansonsten handelt es sich aber um ein sehr anspruchsloses Kraut, das in der Sonne ebenso wie im (Halb)Schatten wächst, und außer ausreichend Wasser keinerlei Sonderbehandlung benötigt. Nach ca. 2 Monaten ist es dann so weit und es kann geerntet werden. Länger sollte man nicht warten, weil die Hauptriebe sonst zu zäh werden. 



Verarbeitung
Mönchsbart passt super zu Pasta, schmeckt aber genauso gut pur mit etwas Olivenöl und Zitrone oder verarbeitet in einer salzigen Tarte. Die harten hellen bzw. leicht violett gefärbten Wurzeln müssen entfernt werden, der Rest kann gut gewaschen direkt verarbeitet werden.