Tuesday, March 3, 2015

Weizengras for Ostergras :o)

Ostern?! Es war doch gerade erst Weihnachten! Zumindest hat es sich noch so angefühlt, bis ich letztes Wochenende zum ersten Mal bewusst die Mengen an Oster-Süßigkeiten wahrgenommen habe, die bereits in jedem Supermarkt stehen. Wahrscheinlich stehen sie dort tatsächlich schon seit Weihnachten...bisher sind sie mir noch nicht aufgefallen, Tunnelblick sei Dank!


Im deutschen Sprachraum ist der Weizengrashype noch gar nicht so richtig angekommen, kommt mir vor. Oder ich habe auch den mal wieder übersehen – besagter Tunnelblick und so. In englischen Food- und Ernährungsblogs wird Weizengras bzw. der daraus gewonnene Saft regelmäßig als Superfood in den Himmel gelobt und scheinbar jeder, der etwas auf seine Gesundheit hält, hat einen Jahresvorrat Weizengrassaft-Shots im Tiefkühler. Alternativ verwendet man einfach Weizengraspulver als Zugabe zu Smoothies (gibts u.a. von Lebepur).

Wenn man sich ansieht, was Weizengras alles kann oder enthält, könnte man zu dem Schluss kommen, dass es sich dabei tatsächlich um ein Wunderding handelt! Und dabei ist es nichts anderes als die jungen, noch weichen Triebe bzw. Gräser des Weizens.
Es enthält um ein Vielfaches mehr Vitamin A, E und B1, Kalzium, Eisen und Magnesium als andere Lebensmittel. Außerdem für eine Planze verhältnismäßig viel Eiweiß in einer für den Menschen optimal verwertbaren Zusammensetzung. Ganz zu schweigen von den entzündungshemmenden Enzymen, den Antioxidantien, und jeder Menge Chlorophyll, das aufgrund seiner ähnlichen chemischen Struktur zum menschlichen Blutfarbstoff Hämoglobin die Blutbildung anregen und dadurch den Sauerstofftransport verbessern soll.


Was auch immer davon zutrifft...der Geschmack von Weizengras ist ohnehin nicht jedermanns Sache. Etwas süßlich zwar, aber doch deutlich grasig und herb. Wenn ihr einen Entsafter besitzt, könnt ihr das Weizengras ganz einfach selbst entsaften, durch das Entfernen der festen Bestandteile (hauptsächlich Zellulose) ist der Saft deutlich leichter verdaulich als das Gras im Ganzen. Der Saft sollte möglichst frisch direkt nach dem Entsaften getrunken werden, lässt sich aber auch für einige Wochen im Tiefkühlfach lagern. Dazu am besten in Eiswürfelformen einfrieren und portionsweise auftauen. Natürlich sollte man es wie mit allem auch mit Weizengras bzw. Weizengrassaft nicht übertreiben und deshalb lieber regelmäßig kleine Mengen (Shots von 2-4 cl) trinken.
Ihr könnt aber auch kleinere Mengen des Grases in Smoothies vermixen – das Resultat kann dann aber je nach Stärke des Mixers deutlich faserig sein.

Und falls der Geschmack doch nichts für euch ist? Da kommt jetzt auch endlich Ostern wieder ins Spiel... dann nämlich verwendet ihr das Gras einfach als echtes (und selbstgezogenes) Ostergras.


Die Anzucht ...
...ist denkbar simpel. Ihr braucht nur normale Weizenkörner aus dem Supermarkt oder Bioladen (ich habe meine von Alnatura) und Küchenpapier. Als Unterlage bzw. Gefäße für die Anzucht eignen sich Teller oder kleinere Schüsseln, im Prinzip genügt aber auch eine flache wasserresistente Unterlage an einem hellen Ort in der Wohnung. Insgesamt solltet ihr für die Anzucht etwa 2 – 2,5 Wochen einplanen, d.h. den 19./20.3. solltet ihr euch schonmal im Kalender markieren, damit ihr den richtigen Zeitpunkt für Ostern nicht verpasst ;o)

1) Drei Schichten Küchenpapier auf der gewünschten Unterlage ausbreiten, komplett mit Wasser befeuchten.
2) Weizenkörner darauf ausbreiten. Die Weizenkörner können dicht liegen, sollten sich einander aber nicht berühren.
3) Mit einem feuchten Tuch abdecken und das Ganze (sowohl Küchenpapier als auch Tuch) für die nächsten Tage feucht halten.
4) Nach 3-4 Tagen das Tuch entfernen (die Körner sind in der Zwischenzeit gekeimt) und die Körner an einen hellen Platz stellen. Weiter feucht halten. 
5) Das Gras kann zum Entsaften geerntet werden, wenn es 10-15cm groß ist. Als Ostergras ist es etwas kürzer bzw. mit maximal 10cm besser geeignet.