Thursday, September 8, 2016

Gurkenkaltschale

Letztes Jahr habe ich eine ganze Weile fast andauernd kalte Suppen gemacht, am liebsten Salmorejo oder Gazpacho – das Wetter war ja wie gemacht für erfrischendes und vor allem kaltes Essen. Dieses Jahr habe ich mir das auch einige Male vorgenommen, aber gerade dann wurde das Wetter immer durchwachsen, kühler und regnerisch, so dass mir der Sinn eher nach heißer als nach kalter Suppe stand.


Aber tadaa, gerade jetzt, wo ich mich schon damit angefunden hatte, dass der (Nicht)-Sommer sicher schon komplett vorbei ist und da nicht mehr so viel kommt, wird es schön warm und sommerlich, so wie ich es mir die letzten beiden Monate sehnlichst erhofft hatte. Ok, gerade ist es dann doch wieder nicht sooo besonders schön, der Spätsommer legt eine kurze Pause ein – aber das bietet mir die Gelegenheit, dieses Rezept mit euch zu teilen, ohne dass ich draußen etwas verpasse :)

Gurkenkaltschale habe ich schon häufiger gegessen, allerdings noch nie selbstgemacht – ich finde ja, dass bei diesem Namen (zu Unrecht) immer etwas leicht altbackenes bzw. altmodisches mitschwingt, das nicht unbedingt zum Nachkochen einlädt. Ich bin mir sicher, hieße das Ganze schlicht und einfach „Green Soup“ (angelehnt an Green Smoothies) wäre die gute alte Gurkenkaltschale schon längst zum neuen Food-Trend a la Buddha Bowl oder One Pot Pasta geworden :D aber der Name war ja schon belegt von den „richtigen“ Green Soups... man kann es natürlich auch einfach kalte Gurkensuppe nennen... wobei der Name hier tatsächlich nicht im Vordergrund stehen sollte, denn egal unter welche Bezeichnung, ist so eine Gurkenkaltschale einfach mit das Beste, was einem an einem heißen (Spät)Sommertag passieren kann!

Ich habe normale Salatgurken verwendet, daher habe ich die Kerne entfernt, damit die Suppe nicht zu wässrig wird - wenn ihr kleinere Gurken oder Feldgurken mit weniger Kernen verwendet, könnt ihr sie natürlich auch drin lassen. 
Dafür habe ich die Schale drangelassen, das verstärkt den Gurkengeschmack und gibt der Suppe so eine schöne grüne Farbe - sollte euer Mixer nicht stark genug sein, um die Schale richtig zu zerkleinern, könnt ihr die Schale aber auch entfernen, dann habt ihr nachher auch ein schön cremiges Ergebnis und keine groben Stückchen. 


Zutaten
700g Salatgurke (ohne Kerne, mit Schale)
350g Buttermilch
100g Creme Fraiche
5 Stengel Dill (+ 1-2 zum Bestreuen)
1 Prise Zucker
Salz, Pfeffer
Kräuteressig
Worcestersauce

Zubereitung
Salatgurke, Buttermilch, Creme fraiche, Gemüsebrühe, Zucker und 5 Stiele Dill (die Stiele selbst können mit in den Mixer) in einem Mixer pürieren - je nach Modell und ob ihr die Gurkenschale entfernt habt oder nicht kann das einige Minuten dauern. Wenn ihr einen starken Mixer habt (Vitamix oder vergleichbar) geht es aber ganz schnell innerhalb von ca. 30 Sekunden auf höchster Stufe. 
Mit Salz, Pfeffer, Worcestersauce und Kräuteressig abschmecken und die Suppe 1-2 Stunden lang im Kühlschrank gut durchkühlen. Zum Servieren mit etwas Dill bestreuen - oder falls vorhanden Gurkenwürfel und/oder etwas Sahne auf die fertige Suppe geben (letzteres eher aus optischen Gründen, den Geschmack beeinflusst das nicht :))

Sunday, February 14, 2016

Hallo 2016! oder: Und was pflanzt du so dieses Jahr?

Habt ihr schon einen einen Plan für dieses Jahr? Plant ihr überhaupt gezielt oder entscheidet ihr eher spontan, was ihr im Frühjahr säen und pflanzen werdet? 
Egal ob geplant oder spontan, entscheidend dabei sind natürlich in jedem Fall die Samen und/oder Jungpflanzen.


Ich habe im letzten Jahr hier erstmals versucht, eine kleine Übersicht über Pflanzenmärkte bzw. Tauschbörsen in und um Wien bzw. in Österreich zusammenzustellen - damit ihr dieses Jahr schon jetzt entsprechend planen und euch die Wochenende freihalten könnt, bin ich diesmal etwas früher dran. Natürlich erhebt auch diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit - im Gegenteil, falls ihr weitere Märkte oder Tauschbörsen kennt, dann würde ich mich sehr über einen entsprechenden Kommentar freuen, ich nehme diese Veranstaltungen dann gerne mit in die Übersicht auf :o)

1) Pop-Up Store
7. April – 28. Mai, Donnerstag bis Samstag 10 – 18 Uhr. Zugang von der Spengergasse Ecke rechte Wienzeile, 1050 Wien (es gibt keine Hausnummer, Eingang vom Hinterhaus aus - fürs Navi "Rechte Wienzeile 123")
2) Jungpflanzenmärkte
In jedem Bundesland findet ein separater Pflanzenmarkt statt - und es gibt dieses Jahr auch einen in München! Die komplette Übersicht über die österreichischen und den Münchner Pflanzenmarkt findet ihr hier.
Wiener Jungpflanzenmarkt (gleichzeitig mit der Raritätenbörse des Botanischen Gartens): 15. - 17. April, 9:30 – 18 Uhr. Rennweg 14, 1030 Wien
3) Schaugarten
1. April - 9. Oktober, Dienstag bis Freitag 10 - 16 Uhr, Wochenende & Feiertage 10 - 17 Uhr, Montag geschlossen. Obere Straße 40, 3553 Schiltern


27. April – 28. Mai 2016, täglich 10 – 17 Uhr, Schäferhof 13, 7132 Frauenkirchen

Reinsaat Frühlingsfest mit Jungpflanzenverkauf
22. - 24. April, St. Leonhard am Hornerwald 69, 3572 St. Leonhard am Hornerwald

Ja Natürlich! Garten-Pop-Up-Store
Letztes Jahr war der Store von Ende April mit Mitte Mai geöffnet - ob bzw. wann es dieses Jahr wieder einen geben wird (und ob auch Stores außerhalb von Wien geplant sind) konnte ich bisher leider noch nicht herausfinden.



Außerdem organisiert auch dieses Jahr die Wiener Gebietsbetreuung wieder mehrere Pflanzentauschbörsen im April. Saatgut kann bereits ab Ende Februar laufend oder bei einer separaten Saatguttauschbörse getauscht werden:
Saatguttausch/Saatguttauschbörse
22. Februar 2016 - 21.April 2016 zu den jeweiligen Öffnungszeiten
GB*9/17/18 - Lazarettgasse 12, 1090; Lacknergasse 27, 1170
Tauschbörse: Donnerstag, 11. Februar 2016, 17 - 19 Uhr, Grätzelzentrum Max-Winter-Platz 33, 1020 Wien 
Pflanzentauschbörsen
Freitag, 22. April 2016, 14 – 18 Uhr, Aumannplatz, 1180 Wien
Samstag, 23. April 2016, 9 – 13 Uhr, Dornerplatz, 1170 Wien
Freitag, 29. April, 14 – 18 Uhr, Ceija-Stoijka-Platz (Vorplatz der Kirche Altlerchenfeld), 1070 Wien

Sunday, January 17, 2016

Das Terrassengartenjahr 2015 - Rückblick, Fazit und Ausblick

Die letzten Jahre habe ich den Jahreswechsel hier auf dem Blog ja einfach geflissentlich ignoriert und überhaupt keinen besonderen “Das alte Jahr geht zu Ende, das neue Jahr, neue Vorsätze und neue Pläne stehen vor der Tür”-Post verfasst. Gleichzeitig habe ich mir aber jedes Jahr kurz vor Silvester aufs Neue vorgenommen, meinen Blog im nächsten Jahr regelmäßiger zu pflegen und mit Inhalten zu füllen, sprich mehr Beiträge zu verfassen. Weniger als ich ursprünglich vorhatte waren es nämlich in jedem Jahr seit den Anfängen meines Blogs. 
Wie sollte es also dieses Jahr auch anders sein – n a t ü r l i c h habe ich wieder weniger Posts verfasst und veröffentlicht als ich mir Ende 2014 vorgenommen hatte. Die Weiterentwicklung besteht diese Jahr aber immerhin darin, dass ich diesen Zustand in Worte fasse und veröffentliche – immerhin ein kleiner Fortschritt :D

Ähnlich durchwachsen wie die Kontinuität hier auf dem Blog war auch mein Terrassengartenjahr. Ich bin topmotiviert gestartet – dann sind mir während ein paar recht später kalter Nächte meine selbstgezogenen Tomaten alle erfroren, was meiner Motivation den ersten Dämpfer versetzt hat. Wobei ich wahrscheinlich nicht unerwähnt lassen sollte, dass ich die Pflänzchen während der ersten wärmeren Tage nach draußen gestellt und - naiverweise – dort stehen gelassen habe, während ich seelenruhig für eine Woche weggefahren bin. Zusätzlich zu den Lektionen, die ich bereits 2014 gelernt habe, kommt von 2015 also noch die “Traue niemals den ersten warmen Frühlingstagen”-Lektion hinzu.


Die später nachgesäten Tomatenpflanzen sind dann aber aufgrund des Rekordsommers noch unerwartet gut gewachsen und schön groß und kräftig geworden. Nichtsdestotrotz sah es mit der Ernte eher mau aus (die paar wenigen Tomaten, die ich ernten konnte, haben aber großartig geschmeckt) – es war einfach ZU heiß, irgendwann war es gar nicht mehr möglich so viel zu gießen wie die Pflanzen Wasser gebraucht hätten.



Umso erfolgreicher war ich dafür aber mit den Paprikapflanzen, die ich schon als solche gekauft habe. Eine Spiralpaprika Sumher, einmal Pimiento de Padron und eine Tomatenpaprika-Pflanze. Von den Tomatenpaprika konnte ich insgesamt nur drei Stück ernten, die Pimientos de Padron und Spiralpaprika haben dafür bis in den (ja relativ warmen) Herbst gar nicht mehr aufgehört, Blüten und Früchte zu produzieren – wird es dieses Jahr definitiv wieder bei mir geben.



Natürlich bestand meine Terrassenbepflanzung aber nicht nur aus Tomaten und Paprika. Ich habe im letzten Jahr viel experimentiert und ausprobiert – einiges ist super gelungen, anderes weniger gut, manches gar nicht. Insgesamt waren zur Hochsaison im Sommer wohl an die 200 verschiedene Arten und Sorten – Gemüse, Kräuter, Obst und Beeren, Blumen, Stauden etc. – auf meiner Terrasse beheimatet.

Unter anderem sehr erfolgreich war ich mit selbstgezogenen Kräutern (rotes & grünes Basilikum, Petersilie) und Asia Greens (eine Mischung hatte ich und Moutarde rouge metis), von denen werde ich mir dieses Jahr sicher noch einige andere Sorten zulegen. 



Die Ziermelanzani war auch toll! Hat lange gebraucht, bis sie mal gewachsen ist und Blüten angesetzt hat, aber dann kamen immer mehr und mehr Blüten, von denen die meisten auch Früchte gebildet haben. Leider war es dann schon etwas spät im Jahr, so dass sie nicht mehr rechtzeitig rot-orange werden konnten, wie sie eigentlich sollten...aber ich fand sie auch in grün wunderhübsch!


Ähnlich lange zum Wachsen hat mein selbst aus Samen gezogener Palmkohl gebraucht. Der steht dafür aber noch immer und trotz dem aktuellen Wintereinbruch – da hoffe ich auf einen ordentlichen Wachstumsschub, sobald es etwas wärmer wird, so dass ich im zeitigen Frühjahr schon davon ernten kann.


Ganz besonders positiv überrascht war ich von dem kleinen Zwergpfirsichbäumchen, das ich mir als Spontankauf im April zugelegt hatte. Es stand zu diesem Zeitpunkt schon in fast voller Blüte und obwohl ich den Blüten fleißig mit dem Pinsel zu Leibe gerückt bin, um Bienchen zu spielen, hatte ich eigentlich nicht ernsthaft damit gerechnet, dass sich an so einem Minibaum im ersten Jahr auf meiner Terrasse viele Früchte bilden werden.
Erstaunlicherweise war dieser Baum aber eine der “erfolgreichsten” Pflanzen in diesem Jahr mit sage und schreibe etwa 15 zwar kleinen – eher in der Größe von Marillen – aber unglaublich süßen und aromatischen Früchten (Fruchtansätze gab es ursprünglich sogar etwa 3 mal so viele). Als ich den Baum im Frühjahr gekauft habe, gab es gleichzeitig auch Zwergnektarinenbäumchen, von denen ich dieses Jahr unbedingt eines haben möchte, nachdem mich der kleine Pfirsich so überzeugt hat.



Blümchen durften aber natürlich auch nicht fehlen – obwohl ich insgesamt eher ein Fan von essbarer Terrassenbepflanzung bin (aber auch Gemüse, Kräuter & Co. produzieren ja oft superschöne Blüten, z.B. Koriander, meine Melanzani, Malabarspinat und Basilikum,  mein Apfelbäumchen, Echinacea, Bohnenkraut, Koriander...).









“Richtige” Blumen brauche ich aber auch immer ein paar. Dieses Jahr waren es u.a. zwei verschiedenfarbige Stockrosen, Vergissmeinnicht, Bauernorchideen und eine wunderhübsche rosa blühende Sukkulente, von der ich aber nicht mal den Namen kenne – kann mir von euch da jemand weiterhelfen?





Teil meiner letztjährigen Experimentiererei waren auch die folgenden Knollen. Oca (Oxalis tuberosa) und Glückskleerübchen (Oxalis deppei) – beides Sauerkleegewächse und dementsprechend frisch-säuerlich schmecken die jungen Triebe, die ich hin und wieder für den Salat geerntet habe. 


Hauptsächlich ging es mir aber die unterirdischen Teile – die pinken Oca-Knollen bzw. die weißen Rübchen. Beide Knollen schmecken im Gegensatz zu den Blättern überhaupt nicht sauer, sondern eher mehlig-kartoffelig. Meine diesjährige Ausbeute war leider nur winzig (ich hatte aber auch nur einen mittelgroßen gemeinsamen Topf für beide zusammen, da ich erstmal ausprobieren wollte, ob das überhaupt was wird), daher habe ich mir die kleinen Knollen bzw. die Brutzwiebeln, die die Rüben gebildet haben, aufgehoben und werde sie dieses Jahr wieder einsetzen – mit hoffentlich größerer Ausbeute dann.



Alles in allem war das Jahr wie gesagt durchwachsen – eigentich bin ich ja auch ein richtiger Hitzefan, aber ehrlicherweise war mit DIESE Hitze, die wir 2015 hier hatten, dann irgendwann doch zu viel. Und leider konnte ich den Sommer und die Terrasse deshalb auch nicht ganz so genießen und nutzen wie ich gerne wollte. Dafür hat sich die Ernte (vor allem bei den Paprikas) dann aber auch weit in den Herbst gezogen, was natürlich auch ganz nett war.


Und dann ganz plötzlich wie aus dem Nichts und 15°C kurz vor Weihnachten kam er dann doch noch – der Winter! Nach einer kurzen wärmeren Periode zwischendurch ist er jetzt gerade auch wieder da, alles ist schneebedeckt und langsam aber sicher juckt es mich schon wieder in den Füßen und ich will loslegen.


In den nächsten Wochen wird es bei mir dann auch losgehen mit dem Pflanzen Vorziehen – ich freu mich schon! :-)