Sunday, January 17, 2016

Das Terrassengartenjahr 2015 - Rückblick, Fazit und Ausblick

Die letzten Jahre habe ich den Jahreswechsel hier auf dem Blog ja einfach geflissentlich ignoriert und überhaupt keinen besonderen “Das alte Jahr geht zu Ende, das neue Jahr, neue Vorsätze und neue Pläne stehen vor der Tür”-Post verfasst. Gleichzeitig habe ich mir aber jedes Jahr kurz vor Silvester aufs Neue vorgenommen, meinen Blog im nächsten Jahr regelmäßiger zu pflegen und mit Inhalten zu füllen, sprich mehr Beiträge zu verfassen. Weniger als ich ursprünglich vorhatte waren es nämlich in jedem Jahr seit den Anfängen meines Blogs. 
Wie sollte es also dieses Jahr auch anders sein – n a t ü r l i c h habe ich wieder weniger Posts verfasst und veröffentlicht als ich mir Ende 2014 vorgenommen hatte. Die Weiterentwicklung besteht diese Jahr aber immerhin darin, dass ich diesen Zustand in Worte fasse und veröffentliche – immerhin ein kleiner Fortschritt :D

Ähnlich durchwachsen wie die Kontinuität hier auf dem Blog war auch mein Terrassengartenjahr. Ich bin topmotiviert gestartet – dann sind mir während ein paar recht später kalter Nächte meine selbstgezogenen Tomaten alle erfroren, was meiner Motivation den ersten Dämpfer versetzt hat. Wobei ich wahrscheinlich nicht unerwähnt lassen sollte, dass ich die Pflänzchen während der ersten wärmeren Tage nach draußen gestellt und - naiverweise – dort stehen gelassen habe, während ich seelenruhig für eine Woche weggefahren bin. Zusätzlich zu den Lektionen, die ich bereits 2014 gelernt habe, kommt von 2015 also noch die “Traue niemals den ersten warmen Frühlingstagen”-Lektion hinzu.


Die später nachgesäten Tomatenpflanzen sind dann aber aufgrund des Rekordsommers noch unerwartet gut gewachsen und schön groß und kräftig geworden. Nichtsdestotrotz sah es mit der Ernte eher mau aus (die paar wenigen Tomaten, die ich ernten konnte, haben aber großartig geschmeckt) – es war einfach ZU heiß, irgendwann war es gar nicht mehr möglich so viel zu gießen wie die Pflanzen Wasser gebraucht hätten.



Umso erfolgreicher war ich dafür aber mit den Paprikapflanzen, die ich schon als solche gekauft habe. Eine Spiralpaprika Sumher, einmal Pimiento de Padron und eine Tomatenpaprika-Pflanze. Von den Tomatenpaprika konnte ich insgesamt nur drei Stück ernten, die Pimientos de Padron und Spiralpaprika haben dafür bis in den (ja relativ warmen) Herbst gar nicht mehr aufgehört, Blüten und Früchte zu produzieren – wird es dieses Jahr definitiv wieder bei mir geben.



Natürlich bestand meine Terrassenbepflanzung aber nicht nur aus Tomaten und Paprika. Ich habe im letzten Jahr viel experimentiert und ausprobiert – einiges ist super gelungen, anderes weniger gut, manches gar nicht. Insgesamt waren zur Hochsaison im Sommer wohl an die 200 verschiedene Arten und Sorten – Gemüse, Kräuter, Obst und Beeren, Blumen, Stauden etc. – auf meiner Terrasse beheimatet.

Unter anderem sehr erfolgreich war ich mit selbstgezogenen Kräutern (rotes & grünes Basilikum, Petersilie) und Asia Greens (eine Mischung hatte ich und Moutarde rouge metis), von denen werde ich mir dieses Jahr sicher noch einige andere Sorten zulegen. 



Die Ziermelanzani war auch toll! Hat lange gebraucht, bis sie mal gewachsen ist und Blüten angesetzt hat, aber dann kamen immer mehr und mehr Blüten, von denen die meisten auch Früchte gebildet haben. Leider war es dann schon etwas spät im Jahr, so dass sie nicht mehr rechtzeitig rot-orange werden konnten, wie sie eigentlich sollten...aber ich fand sie auch in grün wunderhübsch!


Ähnlich lange zum Wachsen hat mein selbst aus Samen gezogener Palmkohl gebraucht. Der steht dafür aber noch immer und trotz dem aktuellen Wintereinbruch – da hoffe ich auf einen ordentlichen Wachstumsschub, sobald es etwas wärmer wird, so dass ich im zeitigen Frühjahr schon davon ernten kann.


Ganz besonders positiv überrascht war ich von dem kleinen Zwergpfirsichbäumchen, das ich mir als Spontankauf im April zugelegt hatte. Es stand zu diesem Zeitpunkt schon in fast voller Blüte und obwohl ich den Blüten fleißig mit dem Pinsel zu Leibe gerückt bin, um Bienchen zu spielen, hatte ich eigentlich nicht ernsthaft damit gerechnet, dass sich an so einem Minibaum im ersten Jahr auf meiner Terrasse viele Früchte bilden werden.
Erstaunlicherweise war dieser Baum aber eine der “erfolgreichsten” Pflanzen in diesem Jahr mit sage und schreibe etwa 15 zwar kleinen – eher in der Größe von Marillen – aber unglaublich süßen und aromatischen Früchten (Fruchtansätze gab es ursprünglich sogar etwa 3 mal so viele). Als ich den Baum im Frühjahr gekauft habe, gab es gleichzeitig auch Zwergnektarinenbäumchen, von denen ich dieses Jahr unbedingt eines haben möchte, nachdem mich der kleine Pfirsich so überzeugt hat.



Blümchen durften aber natürlich auch nicht fehlen – obwohl ich insgesamt eher ein Fan von essbarer Terrassenbepflanzung bin (aber auch Gemüse, Kräuter & Co. produzieren ja oft superschöne Blüten, z.B. Koriander, meine Melanzani, Malabarspinat und Basilikum,  mein Apfelbäumchen, Echinacea, Bohnenkraut, Koriander...).









“Richtige” Blumen brauche ich aber auch immer ein paar. Dieses Jahr waren es u.a. zwei verschiedenfarbige Stockrosen, Vergissmeinnicht, Bauernorchideen und eine wunderhübsche rosa blühende Sukkulente, von der ich aber nicht mal den Namen kenne – kann mir von euch da jemand weiterhelfen?





Teil meiner letztjährigen Experimentiererei waren auch die folgenden Knollen. Oca (Oxalis tuberosa) und Glückskleerübchen (Oxalis deppei) – beides Sauerkleegewächse und dementsprechend frisch-säuerlich schmecken die jungen Triebe, die ich hin und wieder für den Salat geerntet habe. 


Hauptsächlich ging es mir aber die unterirdischen Teile – die pinken Oca-Knollen bzw. die weißen Rübchen. Beide Knollen schmecken im Gegensatz zu den Blättern überhaupt nicht sauer, sondern eher mehlig-kartoffelig. Meine diesjährige Ausbeute war leider nur winzig (ich hatte aber auch nur einen mittelgroßen gemeinsamen Topf für beide zusammen, da ich erstmal ausprobieren wollte, ob das überhaupt was wird), daher habe ich mir die kleinen Knollen bzw. die Brutzwiebeln, die die Rüben gebildet haben, aufgehoben und werde sie dieses Jahr wieder einsetzen – mit hoffentlich größerer Ausbeute dann.



Alles in allem war das Jahr wie gesagt durchwachsen – eigentich bin ich ja auch ein richtiger Hitzefan, aber ehrlicherweise war mit DIESE Hitze, die wir 2015 hier hatten, dann irgendwann doch zu viel. Und leider konnte ich den Sommer und die Terrasse deshalb auch nicht ganz so genießen und nutzen wie ich gerne wollte. Dafür hat sich die Ernte (vor allem bei den Paprikas) dann aber auch weit in den Herbst gezogen, was natürlich auch ganz nett war.


Und dann ganz plötzlich wie aus dem Nichts und 15°C kurz vor Weihnachten kam er dann doch noch – der Winter! Nach einer kurzen wärmeren Periode zwischendurch ist er jetzt gerade auch wieder da, alles ist schneebedeckt und langsam aber sicher juckt es mich schon wieder in den Füßen und ich will loslegen.


In den nächsten Wochen wird es bei mir dann auch losgehen mit dem Pflanzen Vorziehen – ich freu mich schon! :-)

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